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Merkozys Zukunft
Das Gute an der Demokratie ist, dass regelmässig gewählt wird. Das Schlechte ist, dass diese Wahlen oft zur falschen Zeit kommen, wenn gerade ein politisches Problem mitten in der Lösung steckt. So ist es auch mit den kommenden französischen Wahlen für das neue Staatsoberhaupt. Nikolas Sarkozy steckt mitten in der Lösung der grössten Krise Europas - gemeinsam mit seiner Parnerin Angela Merkel, die 2013 wieder zur Wahl antreten muss. Man muss kein Prophet sein, dass M. Le Président in nächster Zeit andere Sorgen hat, obwohl es eigentich keine grösseren gibt.
Nun sollte man sich zwar von aussen nicht in die inneren Angelegenheiten eines Nachbarlandes einmischen, aber so nach innen gekehrt sind die Angelegenheiten eines EU-Staates heute leider nicht mehr. Wir werden schliesslich mehr oder weniger von Merkozy regiert, nicht mehr von Merkel hier und Sarkozy da. Und genau das ist der Punkt: Die Franzosen wählen - wie die Deutschen 2013 - ihren Landeschef, und dies nach innenpolitischen Gesichtspunkten. Da kann der Herausforderer Francois Hollande derzeit punkten, nicht zuletzt weil Frankreich gerade downgegraded wurde.
Hollande kämpft aussenpolitisch deshalb auch in erster Linie gegen den Anonymus "Finanzwelt". Das ist sein gutes Recht, aber er wird im Falle des Falles lernen müssen, wie sehr sich hier Innen- und Aussenpolitik beissen können. Wenn er im Falle des Falles seine erste Reise nach Berlin machen wird, um Frau Merkel auf Wachstum statt Sparen einzustimmen, wird er sie sicher kennenlernen, die Madame Mon! Und das ist gut so.
Ob es also bei "Merkozy" bleibt oder ob es zu "Merlande" wird, entscheidet sich im Frühjahr 2012. Wie es dann 2013 weitergeht, wissen wir heute noch gar nicht, weil auch Frau Merkel den Spagat zwischen Innen- und Aussenpolitik wird üben müssen: Irgendetwas zwischen Merkozy und "Steinlande" oder sogar "Gabrielande" könnte also am Ende herauskommen. Das sind zwar nur Wortspiele, aber dahinter steht jeweils die Zukunft Europas und nicht nur einzelner Staaten der EU.









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